Roberto Saviano

Leben
Roberto Saviano ist der Sohn eines Arztes und einer Lehrerin aus der Kleinstadt Casal di Principe, 50 km nördlich von Neapel, einer Camorra-Hochburg…  Saviano lebte nur kurz in Casal di Principe und studierte Philosophie an der Universität Neapel Federico II. Das Studium schloss er mit dem Diplom ab.
Im Jahr 2006 veröffentlichte er den *dokumentarischen Roman Gomorra*.Der Titel spielt auf die sündhafte Stadt Gomorrha der Bibel und auf die wirtschaftskriminellen Clans der Camorra in Neapel an. Gomorra ist eine Mischform zwischen Roman und journalistischer Reportage und beschreibt detailliert die Praktiken des organisierten Verbrechens und dessen Vernetzung mit legalen Wirtschaftsstrukturen und der Politik. Außerdem nennt er die Namen der Täter (Michele Zagari, Antonio Iovine und Francesco Schiavone, genannt Sandokan) und ihre Aktivitäten. Saviano hatte für seine Recherchen jahrelang verdeckt als Hafenarbeiter gearbeitet. Das Buch machte seinen Autor berühmt und brachte ihm mehrere Auszeichnungen ein, unter anderem den Premio Viareggio, den prestigeträchtigsten Literaturpreis Italiens. Mittlerweile (2008) ist das Buch in 31 Sprachen übersetzt und in 43 Ländern publiziert worden.[6] Gomorra wurde im Jahr 2008 von Matteo Garrone verfilmt und im deutschsprachigen Raum unter dem Titel Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra veröffentlicht.
In seinem 2009 erschienenen Buch *Das Gegenteil von Tod* beschreibt er in Reportagen die Ausweglosigkeit junger Männer im Süden Italiens. Um der Kriminalität entgehen zu können, sei der Dienst bei der Polizei oder beim Militär oft die einzige Möglichkeit für sie. Viele „Freiwillige“ kehrten aus den Kampfgebieten im Kosovo, Afghanistan oder Somalia nicht mehr lebend zurück.
Nach der Veröffentlichung von Gomorrha (Titel der italienischen Originalausgabe: „Gomorra – Viaggio nell’impero economico e nel sogno di dominio della camorra“) und seines Engagements gegen die organisierte Wirtschaftskriminalität erhielt Saviano mehrere Morddrohungen. Anfang Oktober 2006 appellierte der Schriftsteller Umberto Eco in den Hauptnachrichten des italienischen Fernsehens für seinen Schutz und sorgte damit in Italien für beträchtliches Aufsehen.[7] Saviano erhielt ab dem 13. Oktober 2006 vom Innenministerium Personenschutz und lebt seitdem versteckt an wechselnden Orten, die er etwa alle zwei Tage verlassen muss.[8] Er hält nur noch den Kontakt zu seiner Familie aufrecht.[9]
Im Oktober 2008 informierte ein Kronzeuge der italienischen Polizei darüber, dass der Camorra-Clan der Casalesi plane, Saviano bis Weihnachten 2008 in seinem Wagen auf der Autobahn zwischen Rom und Neapel mit einer Fernzündung in die Luft zu sprengen. Saviano zweifelt mittlerweile, ob er seinen Roman noch einmal verfassen würde: „Jeden Morgen frage ich mich, warum ich das gemacht habe, und finde keine Antwort, weiß nicht, ob es das wert war.“[10] Ebenfalls im Oktober 2008 äußerte er in einem Interview die Vermutung, dass die Camorra nun mit einem Anschlag abwarte, bis seine Popularität nachlasse. Ein normales Leben in der Öffentlichkeit ist ihm nicht mehr möglich, Fluglinien weigern sich, ihn zu befördern, Hotels und Restaurants lassen vor seinem Besuch erst ihre Räume auf Bomben hin durchsuchen. Savianos Äußerungen der Frustration riefen viele unterschiedliche Solidaritätsbekundungen in der italienischen Öffentlichkeit hervor. In der Tageszeitung La Repubblica kündigte er an, sich der aktuellen Bedrohung durch einen Weggang ins Ausland zu entziehen.
Am 20. Oktober 2008 richteten sechs Nobelpreisträger (Günter Grass, Dario Fo, Michail Gorbatschow, Orhan Pamuk, Rita Levi-Montalcini und Desmond Tutu) einen öffentlichen Appell in La Repubblica an den Staat, Saviano besser zu beschützen. Weitere Schriftsteller von internationalem Rang schlossen sich dem Appell an. Erst dieser Aufruf brachte Bewegung in die bis dahin politisch neutrale Einstellung des Nobelpreiskomitees. Nach der zuvor abgelehnten Initiative von Jury-Mitglied Kerstin Ekman einigte sich das Nobelpreiskomitee nach langer interner Debatte darauf, Salman Rushdie und Saviano zu einer Diskussion über „Das freie Wort und die gesetzlose Gewalt“ nach Stockholm am 25. November 2008 einzuladen. Diese Einladung bedeutet eine Abkehr der Schwedischen Akademie von ihrer bislang formalen politischen Neutralität. Trotz der zunehmenden Anzahl an Solidaritätserklärungen hält Saviano an seiner Absicht fest, Italien zu verlassen.
Die südafrikanische Sängerin und Bürgerrechtlerin Miriam Makeba widmete Roberto Saviano ihr letztes Konzert unmittelbar vor ihrem Tod am 9. November 2008 in der Mafia-Hochburg Castel Volturno. Auch bei diesem Anti-Mafia-Konzert verlangte die Camorra ein „Schutzgeld“.

http://de.wikipedia.org/wiki/Roberto_Saviano
Leben
Roberto Saviano ist der Sohn eines Arztes und einer Lehrerin aus der Kleinstadt Casal di Principe, 50 km nördlich von Neapel, einer Camorra-Hochburg…  Saviano lebte nur kurz in Casal di Principe und studierte Philosophie an der Universität Neapel Federico II. Das Studium schloss er mit dem Diplom ab.Im Jahr 2006 veröffentlichte er den *dokumentarischen Roman Gomorra*.Der Titel spielt auf die sündhafte Stadt Gomorrha der Bibel und auf die wirtschaftskriminellen Clans der Camorra in Neapel an. Gomorra ist eine Mischform zwischen Roman und journalistischer Reportage und beschreibt detailliert die Praktiken des organisierten Verbrechens und dessen Vernetzung mit legalen Wirtschaftsstrukturen und der Politik. Außerdem nennt er die Namen der Täter (Michele Zagari, Antonio Iovine und Francesco Schiavone, genannt Sandokan) und ihre Aktivitäten. Saviano hatte für seine Recherchen jahrelang verdeckt als Hafenarbeiter gearbeitet. Das Buch machte seinen Autor berühmt und brachte ihm mehrere Auszeichnungen ein, unter anderem den Premio Viareggio, den prestigeträchtigsten Literaturpreis Italiens. Mittlerweile (2008) ist das Buch in 31 Sprachen übersetzt und in 43 Ländern publiziert worden.[6] Gomorra wurde im Jahr 2008 von Matteo Garrone verfilmt und im deutschsprachigen Raum unter dem Titel Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra veröffentlicht.
In seinem 2009 erschienenen Buch *Das Gegenteil von Tod* beschreibt er in Reportagen die Ausweglosigkeit junger Männer im Süden Italiens. Um der Kriminalität entgehen zu können, sei der Dienst bei der Polizei oder beim Militär oft die einzige Möglichkeit für sie. Viele „Freiwillige“ kehrten aus den Kampfgebieten im Kosovo, Afghanistan oder Somalia nicht mehr lebend zurück.
Nach der Veröffentlichung von Gomorrha (Titel der italienischen Originalausgabe: „Gomorra – Viaggio nell’impero economico e nel sogno di dominio della camorra“) und seines Engagements gegen die organisierte Wirtschaftskriminalität erhielt Saviano mehrere Morddrohungen. Anfang Oktober 2006 appellierte der Schriftsteller Umberto Eco in den Hauptnachrichten des italienischen Fernsehens für seinen Schutz und sorgte damit in Italien für beträchtliches Aufsehen.[7] Saviano erhielt ab dem 13. Oktober 2006 vom Innenministerium Personenschutz und lebt seitdem versteckt an wechselnden Orten, die er etwa alle zwei Tage verlassen muss.[8] Er hält nur noch den Kontakt zu seiner Familie aufrecht.[9]Im Oktober 2008 informierte ein Kronzeuge der italienischen Polizei darüber, dass der Camorra-Clan der Casalesi plane, Saviano bis Weihnachten 2008 in seinem Wagen auf der Autobahn zwischen Rom und Neapel mit einer Fernzündung in die Luft zu sprengen. Saviano zweifelt mittlerweile, ob er seinen Roman noch einmal verfassen würde: „Jeden Morgen frage ich mich, warum ich das gemacht habe, und finde keine Antwort, weiß nicht, ob es das wert war.“[10] Ebenfalls im Oktober 2008 äußerte er in einem Interview die Vermutung, dass die Camorra nun mit einem Anschlag abwarte, bis seine Popularität nachlasse. Ein normales Leben in der Öffentlichkeit ist ihm nicht mehr möglich, Fluglinien weigern sich, ihn zu befördern, Hotels und Restaurants lassen vor seinem Besuch erst ihre Räume auf Bomben hin durchsuchen. Savianos Äußerungen der Frustration riefen viele unterschiedliche Solidaritätsbekundungen in der italienischen Öffentlichkeit hervor. In der Tageszeitung La Repubblica kündigte er an, sich der aktuellen Bedrohung durch einen Weggang ins Ausland zu entziehen.Am 20. Oktober 2008 richteten sechs Nobelpreisträger (Günter Grass, Dario Fo, Michail Gorbatschow, Orhan Pamuk, Rita Levi-Montalcini und Desmond Tutu) einen öffentlichen Appell in La Repubblica an den Staat, Saviano besser zu beschützen. Weitere Schriftsteller von internationalem Rang schlossen sich dem Appell an. Erst dieser Aufruf brachte Bewegung in die bis dahin politisch neutrale Einstellung des Nobelpreiskomitees. Nach der zuvor abgelehnten Initiative von Jury-Mitglied Kerstin Ekman einigte sich das Nobelpreiskomitee nach langer interner Debatte darauf, Salman Rushdie und Saviano zu einer Diskussion über „Das freie Wort und die gesetzlose Gewalt“ nach Stockholm am 25. November 2008 einzuladen. Diese Einladung bedeutet eine Abkehr der Schwedischen Akademie von ihrer bislang formalen politischen Neutralität. Trotz der zunehmenden Anzahl an Solidaritätserklärungen hält Saviano an seiner Absicht fest, Italien zu verlassen.Die südafrikanische Sängerin und Bürgerrechtlerin Miriam Makeba widmete Roberto Saviano ihr letztes Konzert unmittelbar vor ihrem Tod am 9. November 2008 in der Mafia-Hochburg Castel Volturno. Auch bei diesem Anti-Mafia-Konzert verlangte die Camorra ein „Schutzgeld“

Das Gegenteil von Tod

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