Johann Wolfgang Goethe

Johann Wolfgang Goethe

der größte Vertreter der Sturm und Drang Bewegung, später auch der deutschen Klassik – die Weimarer Klassik genannt.

Goethe foto net

Er wurde am 28. August 1749 im Frankfurt am Main geboren, damals eine große Stadt mit 30 000 Einwohnern, bekannt als die Stadt des Buches, Buchaustellungen (Buchmessen) jedes Jahr, das beste Buch des Jahres gewählt, ein gut funktionierendes Verlagswesen, außerdem die Krönungsstadt der deutschen Kaiser. Johann Wolfgang Goethe wurde  in einer Patrizier Familie geboren.

  • der Vater – der kaiserliche Rat – streng, pedantisch, mit großen Ansprüchen an sich selbst und an die Kinder

  • die Mutter – die Tochter des Bürgermeisters von Frankfurt am Main, eine wohlhabende Familie

  • Goethe – keine öffentliche Schule, die Ausbildung durch die privaten Hauslehrer, etwas noch über das Schulprogramm: Fechten, Tanzen, Reiten, eine tiefgehende allgemeine Bildung mit dem Schwergewicht auf die Fremdsprachen, er beherrscht 6 Sprachen, fließend darunter Griechisch und Latein

  • die Erziehung durch die Mutter – eine gute Märchenerzählerin, eine Gespielerin ihrer Kinder, eine harmonische Erziehung

  • die väterliche Bibliothek, wo der kleine Goethe stundenlang über den Büchern saß: die griechische Mythologie – der Anreiz für das spätere Schaffen, Heldenepos und Heldensagen – alles ausgenutzt in seiner Dichtung

  • 15 Jahre alt – auf Zwang des Vaters nach Leipzig geschickt, eine größere Stadt, mehrere Möglichkeiten, mit Empfehlungsschreiben vom Vater eingetroffen, dadurch die Türen geöffnet in die Leipziger Gesellschaft

  • der Traum des Vaters – aus dem Sohn einen Anwalt zu machen (Jura, Rechte studieren)

  • auf große Schwierigkeiten getroffen, gewöhnt an die Hauslehrer, an die Ausprachen mit ihnen, wird er mit anderen Problemen konfrontiert und zwar die Uni-Proffessoren sind unzugänglich, den Studenten gegenüber überheblich, das Studium scheint monoton zu sein und Goethe ist gescheitert, weniger Universität, mehr Kumpell und Auerbachskeller

  • Goethe erkrankt, wird nach Hause abberufen, der Vater ist enttäuscht, er muss unter Hausarest, darf das Zimmer nicht verlassen und liest die Lektüre im großen Format

  • die Genesung sehr langsam, nach anderthalb Jahren wieder gesund, das Studium fortgesetzt, diesmal aber nicht in Leipzig, keine Versuchungen mehr, der nächste Ort Straßburg und hier entfaltet sich sein literarisches Genie im vollen Ausmaß

  • durch den Herder beeinflusst – Naturphilosoph, selbst Übersetzer, Dichter, macht ihn bekannt mit den Sprachnormen und Ausdrucksweisen, mit der Volksdichtung und dem Volsklied als die Quelle

  • die erste Liebe Goethes zur Friederike Brion – die Tochter eines evangelischen Priester, ein 17-jähriges Mädchen und die reine Seele, hier entstehen seine Gedichte wie das Mailied, Willkommen und Abschied, das Heidenröslein, die Erlebnisslyrik

  • in dieser Zeit ist Goethe Stürmer und Dränger und trägt mit sich den Protest ein – Zeugnis dessen ist Prometeus und das Drama Götz von Berlichingen

  • das Studium erfolgreich beendet – Staatsexamen und Rechtsanwalt

  • die erste Praxis – die Rechtsanwaltkanzlei in der Stadt Wetzlar, hier schreibt er seinen berühmten Roman in Briefform: Die Leiden des jungen Werther, zu Grunde liegt eine wahre Begebenheit von Charlotte Buff, in Werther sehen wir die Charakterzüge von Goethe selbst

  • Mailied – die Erlebnislyrik, Schilderung der Natur – typisch für junge Stürmer und Dränger, Vorbild ist J.J.Rousseau, Frühling – die Natur im Erwachen – neue Hoffnungen „und Freud und Wonne aus jeder Brust“

  • das zweite Thema – typisch ist die Liebe, das Recht auf die Liebe, eine erwiderte Liebe (opätovaná láska)

  • die Ewigkeit

  • gewidmet der Friederike Brion

  • Willkommen und Abschied –

  • Abend besungen (ospevovaný večer)

  • der Abend wiegt die Erde (večer kolíše Zem), die Eiche steht wie der Riese

  • hundert schwarze Augen

  • abgeschlossen mit der Hymne an die Liebe

  • Heidenröslein – Volkslied unter dem Einfluss von Herder geschrieben, die Schönheit der Natur

  • die zerstörerische Kraft des Menschen, Gewalt an der Natur

  • die Natur wehrt sich, da leidet der Mensch

  • Prometheus – entnommen der griechischen Mythologie, selbst Halb- Gott, gilt als Menschenretter, das Feuer den Göttern gestohlen, den Menschen gegeben, dafür in Ungnade geraten, bestraft, an den Felsen im Kaukasus gefesselt, der Adler jeden Tag – ein Stück Leber gefressen, gilt als Beschützer der Handwerker

Prometheus sollte einmal ein Drama sein, ist aber ein Fragment geblieben, hat einen Streit ausgelöst unter den strenggläubigen Theologen, sie sahen darin eine Auflehnung einen Aufruf gegen den Gott. Goethe aber meinte es als Protest gegen die Obrigkeit, z.B gegen die Väter der Aufklärung, gegen die Unterordnung eines dem anderen. Prometheus ist hier ein Kraft-Genie. Geschrieben in der Form einer Hymne, die altgriechische Form des Lobgesanges an den Gott, seine Überherrlichung. Bei Goethe ist aber die Kraft des Menschen verherrlicht. Der Mensch: heilig, glühend Herz, die Hütte selbst gebaut, der Herd mit Glut, die Durchsetzungskraft des Menschen betrogen, gefärdert (ohrozená), er hasst nicht das Leben, er leidet, er weint, aber er genießt das Leben und freut sich.

  • sein Umzug nach Weimar – der Herzog Karl August und die Herzogin Amalia

  • die Beschäftigung am Hofe

  • die Frau Charlotte von Stein und ihr Einfluss auf Goethe. Seine Reise nach Italien – Aufblühen der literarischen Betätigung, 3 Dramen aus der italienischen Periode

  • Egmond

  • Ifigenia auf Tauris

  • Torquatto Tasso

Die weitere Periode seines Lebens ist die Weimarer Periode. Er kommt nach Weimar – Einladung des Herzogs Karl August und der Herozogin Amalia, die schon eine lange Zeit als Gänner der jungen begabten Literaten galten, sie luden sie gerne ein, unterstützten sie finanziell, z.B. Wieland war Privatlehrer und Erzieher beim jungen Herzog. Goethe befreundete sich sehr schnell mit dem Herzog und wurde mit dem höchsten Posten im Herzogtum anvertraut. Er war Innenminister, Schulminister, Finanzminister… Diese staatlichen Angelegenheiten beraubten ihn um die Zeit, es blieb kaum was übrig für die literarische Betätigung.

Charlotte von Stein, eine gebildete und angesehene Frau sieht, erkennt die Begabung Goethes, zwingt ihn sich weiter literarisch zu betätigen. Es entsteht eine enge Beziehung, die nicht ohne Folgen blieb, es gingen schon am Hofe Gerüchte um, die Intrigen…. Als der junge Herzog die Reise nach Italien unternehmen wollte, musste ihn Goethe natürlich begleiten. Goethe sieht darin die einzige Möglichkeit in Italien zu bleiben und zur inneren Ruhe zu kommen. Damit beginnt die italienische Periode seines Schaffens. Goethe blieb in Italien, in diesem Land, „wo die Zitronen blühen“. Das Land, dessen Sprache er spricht und die antike Literatur war ihm immer sehr nah. Die Resümee dieser Periode sind seine hervorragenden Dramen:

Egmont – historisches Drama

Iphigenie auf Tauris – Ideendrama

Torquatto Tasso – Seelendrama

Egmont – es handelt sich um den Befreiungskampf des niederländischen Volkes gegen Spanien, denn das florierende (blühende) Niederlande – reich durch den Handel geworden – wo die Handwerke gedeihen, ist weiterhin dem rückständigen feudalen Spanien unterworfen. Der spanische König Filip II will auf die Niederlande nicht verzichten, auf die Quelle seiner reichen Einkünfte und um den Aufstand der Hollender im Keime (zárodok) zu ersticken. Er schickt nach Holland den Herzog Alba. Europa weit bekannt durch seine Grausamkeit und Brutalität.

Graf Egmont lebt zur Zeit unbeschwert, aber er wird in diesen Kampf durch Umstände einbezogen. Er sucht eine Audienz bei Alba, um ihm zu erklären, wie und warum er zum Aufstand gekommen ist. Herzog Alba – der große Manipulator – verdreht die Tatsachen und legt die Worte des Graphen Egmonts als Hochverrat gegen den spanischen König aus. Dafür droht dem Graphen die Hinrichtung. Er wird abgeführt und eingesperrt und es fällt das Urteil der Todesstrafe. In der Nacht vor seiner Hinrichtung aber erscheint ihm seine Geliebte Klärchen in Gestalt der Siegesgöttin und das ist das Symbol der baldigen Befreiung der Niederlande. Dieses Stück ist vertont durch Beethovens Oper Egmond. Leider werden nur Fragmente gespielt.

Historisches Drama.

Zurückgekehrt aus Italien nach Weimar wieder – die Gesellschaft verfremdet – keiner nimmt sich seiner auf – allein auch verlassen von allen heiratet  er – wird zum Vater.

Das Jahr 1794 – ausschlaggebend für ihn – das Treffen mit Friedrich Schiller. Fruchtbare Zusammenarbeit gegenseitige Einwirkung, großer Beitrag ins Gesellschaftsleben.

Von Wichtigkeit ihre Korespodenz als Wiederspiegelung der Epoche.

Gründung von zwei Zeitschriften z.B. Xenie (junge Dichter veröffentlichen hier ihre Werke), Gründung des Weimarer Theaters – heute das Deutsche Nationaltheater in Weimar

Die deutsche Bühne – für deutsche Theaterstücke

Einfluss Goethes auf Schiller – Schiller sollte mehr Baladen schreiben

Schiller umgekehrt – Goethe sollte den zweiten Teil von Faust vollenden

Unterschiede im Schaffen der Beiden – Goethe entnahm den Stoff dem realen Leben, um zu zeigen – so ist der Mensch mit seinen Fehlern – lernt daraus und vermeidet sie.

Schiller erfund seine Helden, er idealisiert den Menschen und sagte uns – so soll man leben – ein Ideal, das Vorbild war wichtig

Goethe – außerdem ein großer Gelehrter

Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften – Geologie, der Botanik. Sein Werk Morphologie der Pflanzen – wird noch heute an der Universität gebraucht. In der Physik – die Optik, die Farbenlehre

Gestorben 1832 – beigesetzt in Weimar – in der Fürstentotengruft – sein letzter Wunsch – Schiller (1806 gestorben) soll in die Gruft überführt werden und neben ihm liegen. Sein Wunsch ist erfüllt worden.

Weimar durch Goethe und Schiller zum Zentrum der deutschen Literatur geworden.

Zu den Schaffensperioden: Bei Goethe unterscheiden wir mehrere Schaffensperioden, die sich natürlich aber ein wenig vermischen:

  1. Leipziger Lyrik – literarische Anfänge

  2. Straßburger Periode (1770 _ 1771)

  3. Frankfurter Zeit (1771 – 1775)

  4. Sturm und Drang Periode (Höhepunkt)

  5. Klassikperiode – Weimarer Zeit

  6. Goethes Spätwerk

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